[Kritiken] Bewertet Eure Bücher

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[Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#1  Beitragvon Dachdegger » So 08 Feb, 2009 22:20

Bernard Cornwell - Schwertgesang

Uhtred, der Kämpfer, ist von König Alfred beauftragt, die dänisch besetzte Stadt Lundene zurückzuerobern. Wer sie hält, kontrolliert die Themse, Englands Lebensader. Aber herrschen soll nicht er, sondern sein unfähiger Vetter. Uhtred fühlt sich an seinen Eid gebunden, er nimmt die Stadt für Æthelred ein. Der aber begeht prompt eine furchtbare Dummheit seine schwangere Frau gerät in die Hände der Nordmänner. Nur einer wagt sich ins feindliche Lager: Uhtred. Dort wartet eine ungeheure Überraschung auf ihn...

Na ja geiles Buch. Geniale Fortsetzung mit hohem Unterhaltungswert. Ich hatte das Buch nach 2 tagen durch. Das grenzt schon fast an Geldverschwendung. Der Autor vermischt Fiktion mit realen Ereignissen und spinnt eine realistische Welt rund um das 9. Jahrhundert. Für alle die dieser Zeit zugeneigt sind meine uneingeschränkte  Kaufempfehlung bzw. erstmal die anderen Vorgänger lesen ;)

wie immer 10/10 abgeschlagene Gliedmaßen.


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Beitrag Nummer:#2  Beitragvon Vladch » So 15 Feb, 2009 10:58

Gore Vidal - Creation

Ich habe eine kleine Pause mit Thucydides - The Peloponnesian war gemacht, da seine Beschreibungen doch sehr anstrengend sind und zwischendurch etwas leichtere Kost zu mir genommen: Creation von Gore Vidal.
Der Enkel von Zarathustra, Cyrus Spitama, wächst am persischen Königshof zusammen mit Xerxes auf. Als Erwachsener reist er dann nach Indien und trifft unetr anderem Buddha. Nach einer kurzen Rückkehr nach Persien reist er dann in die chinesischen Provinzen und trifft dort auf Konfuzius. Nach seiner anschließenden Rückkehr nach Persien und dem Friedensschluss mit den Griechen, landet er letztendlich in Athen unter Perikles, wo er letztendlich stirbt.
Das Buch hat mehrere Façaden. Da wäre zum Einen die Entstehung der Welt und der Menschheit, wie sie von verschiedenen religiösen und politischen Oberhäuptern gesehen wird. Leider sind die Diskussionen oft sehr oberflächlich, da die Geschichte aus den Augen von Cyrus Spitama erzählt wird, einem rassistischen, arroganten, fundamentalistischen und idtiotischen Monotheisten, der absolut gar nicht rafft, um was es geht, der das in Frage Stellen seiner Gottheit ignoriert und andere Menschen Unwissen vorwirft, ohne selbst die Antworten zu kennen. Er spiegelt die Dummheit wider, wie sie auf dieser Welt von allen Monotheisten naiv und dumm vorgetragen wird. Er vereint in sich auch alle Fehler die monotheistische Religionen haben: Arroganz, Fundamentalismus, Rassismus, Dummheit. Leider regt man sich während des Lesens zusehens auf, da keiner da ist der ihm widerspricht (ausser manchmal der Schreiberling Democritus, dem allerdings sofort der Mund verboten wird; auch ein typisches Merkmal der Monotheisten), wenn Cyrus Spitama mal wieder reinsten Müll erzählt. Dennoch zeigt sich die Abneigung Gore Vidals gegenüber monotheistischen Religionen in der Person von Cyrus Spitama sehr deutlich. Er ist nur eine Marionette der politiker und denen ist jeglicher Prophet und jegliche Gottheit einfach nur scheissegal, solange sie die Mcht innehaben.
Die Kriege der Perser gegen die Griechen werden natürlich auch sehr einseitig beschrieben: die Schuld tragen allein die Exilgriechen, die Darius und Xerxes immer wieder überreden Athe anzugreifen. Da stellt man sich natürlich die Frage, wie dumm die Perser sein müssen, dass sie auf die ach so arroganten un barbarischen Griechen hören. Leider werden solche offensichtlichtliche Fragen nicht gestellt. Warum auch? Cyrus Spitama hat schliesslich immer Recht und weiss alles besser. Da muss man doch des öfteren schmunzeln,w enn er behauptet, dass Xerxes gar keine so eine grosse Armee gegen die Griechen verwendet hat, zwei Sätze vorher allerdings sagt er, dass Persien die Statuen einschmelzen ließ, um genug Geld für den Krieg  zu haben. :ulaugh:

Alles in allem gefiel mir das Buch jetzt nicht so gut. Klar, die Atmosphäre und die erzählte Geschichte sind genial umgesetzt und man fühlt sich als wäre man selbst vor Ort. Da kann man Gore Vidal sicher keinen Vorwurf machen. Was mir nicht so gefällt ist, dass die Geschichte aus den Augen eines dummen Trottels erzählt wird, der einfach mal gar keine Ahnung hat, wie die Welt funktioniert. Ich mag lieber intelligente Hauptfiguren, dann muss ich nicht jede Sekunde denken, wie dümmlich die Person sich gerade verhält. Wer allerdings kein Problem damit hat, kann hier eine nette Geschichte um ca. 500 vor der neuen Zeitrechnung erleben.


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Re: [Kritiken] Bewertet Filme/Serien/Dokus/Bücher

Beitrag Nummer:#3  Beitragvon .-r4ki´´ » Di 26 Mai, 2009 21:56

"triple" von ken follet (engl)

man merkt, dass das buch sehr gut konzipiert wurde, es ist vom "handwerklichen" aspekt hervorragend. die spannende geschichte und geniale erzählweise haben mich zum lesen gezwungen. ein buch ohne hänger, das durchgehend spannend ist, ohne anspruchslos zu werden.

10/10 geklaute barrels


coole sache hier.
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Welches Buch lest Ihr gerade?

Beitrag Nummer:#4  Beitragvon C-Ro » Fr 26 Jun, 2009 09:36

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Klappentext:
Eingebettet in die bewaldeten Hügel und sattgrünen Wiesen des Fuldatals liegt ein schmuckes kleines Städtchen. Es hat einen stillgelegten Bahnhof, eine Post, ein Heimatmuseum und die größte Kerze der Welt. Die Kirche ist aus dem Jahre 812 und die Pizzeria von 1985. Dieser Ort heißt Schlitz. Er steht exemplarisch für den schönsten aller Orte: Heimat. Jenen Ort, gegen den wir uns oft wehren wollen, aber nicht wehren können. Unsere Verbindung wird gehalten. "Ortsgespräch" erzählt von der Liebe zum Landleben und zu dem sagenhaften Zwischenreich der deutschen Provinz, von der Erinnerung an Schwimmbadwiese und Karnevalssitzung, an den Schreibwarenladen um die Ecke und die Apfelernte im Herbst. Aber natürlich geht es nicht nur um die Traumbilder der Vergangenheit, sondern auch um die Veränderungen der Gegenwart. Um unheimliche Klassentreffen und "Total Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe". Darum, wie Heimat dem Selektionsdruck im global village manchmal standhält und ihm manchmal umso hoffnungsloser ausgeliefert ist.

Habe das Buch von meiner Schwester geschenkt bekommen. Zielgruppe ist die "Generation Golf" (so heißt seine erste Buchveröffentlichung), also hauptsächlich die 1970-1980 Geborenen. "Generation Golf" bezog sich noch retrospektiv auf die Jugend in den 1980ern, beleuchtet er in "Ortsgespräch" das, was mittlerweile aus dieser Generaton geworden ist, bzw. was nicht. Leichte Kost für zwischendurch.


god bless you

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Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#5  Beitragvon Taz » Do 05 Nov, 2009 23:45

Da in dem originalen Thread alle 2 Tage nen neuer Film gepostet wird, und Bücher in dem ganzen Kuddelwuddel untergehen, finde ich, diese andere Form der Kultur hat einen eigenen Thread verdient. Hier ist er, und alle sind willkommen, ihre bisherigen Posts zu Buch-Rezensionen hier rein zuposten.

Bei mir gibts demnächst übrigens eine Rezension zu Masters of Doom. Kommt morgen ins Postfach geliefert. Freu mich schon.
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On the edge:
The spectacular rise and fall of Commodore
written by: Brian Bagnall
pages: 561

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Über das Buch bin ich bei Amazon gestolpert, als ich für meine häufigen Zugfahrten nach einer neuen Lektüre gesucht habe. Da Commodore den größten Teil meiner Jugend bestimmt hat und ich unzählige Stunden an meinem C128d verbracht habe, war für mich klar... "Ich will mehr über diese Firma wissen, die so geniale Sachen wie den C64 und den Amiga entwickelt hat. Und vor allem wollte ich wissen warum diese erfolgreiche Computerschmiede so zu Grund egehen konnte."

Einstieg:
Gleich zu Beginn musste ich eine große Hürde überwinden, die mir den Einstieg in das Buch sehr erschwert hat. Der Autor beginnt folgerichtig mit dem Wandel der Firma Commodore von einem Taschenrechnerhersteller zu einem Computerproduzenten. Und diese Geschichte beginnt anscheinend mit der revolutionären Entwicklung der Chips von MOS Technology in 1974.
Genau hier liegt für mich das Problem. Ich bin zwar überzeugter Computernutzer, habe mich aber noch nie so richtig mit dem Innenleben meines Motherboards beschäftigt und die Funktionsweise der Chips hinterfragt. Vom Chefdesigner Chuck Peddle werden sehr detaillreiche Angaben zur ENtwicklung der neuen Chips gemacht und die ersten Seiten des Buches sind sehr technisch getrieben.
Nun sind meine Englischkenntnisse für mein eigenes Empfinden sehr gut, aber mein Fachvokabular beschränkt sich dann doch eher auf das normale Business blabla über Zahlen, Controlling und Marketing. Engineering gehört eindeutig nicht dazu, so dass ich zu Beginn sehr frustiert einen Großteil der Sätze schlüssig herleiten musste ohne alles verstehen zu können. Zudem interessierte mich nicht wirklich, wie so ein Computer funktioniert, schließlich kannte ich doch nur das fertige Produkt.  :ugly:
Ich war also nach 40 Seiten kurz davor das Buch wieder beiseite zu legen. Habe mich aber entschlossen zumindest die ersten 5 Kapitel zu lesen.

Story:
Wie sich herausstellte war diese Entscheidung nicht allzu schlecht. So langsam habe ich den Lesefluss aufgenommen und habe interessiert gelesen unter welchen kuriosen Umständen die Chipdesigner Ihre Produkte hergestellt haben. Alle Inhalte des Buches basieren auf den Erzählungen ehemaliger Mitarbeiter von Commodore. Dadurch erst ertappte ich mich an vielen Stellen, wie ich beim Lesen nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt habe, weil die Arbeitsbedingungen zum Teil so abstrus waren, dass es eigentlich nur erfunden sein konnte.
Insbesondere diese Tatsachen machten das Lesen für mich immer interessanter. Wenn erzählt wird, wie die Techniker unter immensen Druck des rabiaten Firmengründers (Jack Tramiel) die Computer innerhalb weniger Monate designed haben, damit sie pünktlich zur CES oder Hannover Messe fertig waren, ist das schon sehr spannend. Bei einigen Shows waren die Computer einfach nur unfertige Democomupter, die als vollwertig präsentiert wurden, aber eigentlich nur drei unterschiedliche Demoprogramme abspielen konnten.
Die Geschichten über den Machtkampf mit den damaligen Konkurrenten Apple (Apple II) und Atari (Atari ST) sorgen an vielen Stellen für Aufheiterung aber auch für Erstaunen, z.B. über die Dreistigkeit eines Steve Jobs. Ebenso interessant lesen sich die Passagen, wie Tramiel den damals noch kleinen Bill Gates mit dem Erwerb der Basic Lizenz über den Tisch gezogen hat.
Viele Berichte der ehemaligen Mitarbeiter zeigen deutlich, welche glücklichen Umstände zu der Entwicklung des legendären C64 geführt haben, oder wie zufällig der Amiga von Commodore und nicht von Atari hergestellt wurde.
Insgesamt ist die Story mit einem sehr guten roten Faden durchzogen und ob des stellenweisen techniklastigen Themas gut nachvollziehbar. Ich glaube an 4-5 Stellen musste ich mir im Zug sogar ein lautes Lachen verkneifen, weil die Erlebnisberichte einfach zu skuril sind.

Die Personen:
Die ehemaligen Mitarbeiter, die in dem Buch berichten, wurden sehr gut gewählt. Für jede der wesentlichen Perioden der Firmengeschichte berichten Leute die hautnah bei den Meilensteinen der Entwicklung dabei waren. Sei es Chuck Peddle der Vater des 6502 Chips, oder Bob Yannes, der frustrierte Musiker, der den legendären SID Chip entwickelte. Selbst der strange Hauptanteilseigner Irving Gould berichtet von seinen Erfahrungen.
Am meisten beeindruckt hat mich allerdings Bil Herd, der Hobbyalkoholiker und Chefentwickler des C128. Selbst wenn der Computer nie zu einem Aushängeschild von Commodore wurde, findet sich in dem Abschnitt des Buches eindeutig am meisten Spirit in den Schilderungen. Wenn jemand ohne Studium, der einfach nur gerne an Elektronikartikeln rumgebastelt hat, innerhalb kürzester Zeit bei der damals führenden Computerfirma ein herausragendes Standing erreicht, obwohl er immer auf Konfrontationskurs mit Vorgesetzten ist, finde ich das echt beeindruckend. Er war so motiviert, dass er für fast zwei Wochen nie das Gebäude verlassen hat, um seine Vision eines Computer zu erschaffen. Geschlafen unterm Schreibtisch, nachdem er 48 Stunden am Stück gearbeitet hat. Gewaschen mit warmen Wasser, dass er im Wasserkocher des Bereichsleiters erhitzt hat. Einfach göttlich diese Erzählungen. Das Gebäude hat er manchmal mit seinem Team nur verlassen, damit er am hellichten Tag im Margeritas ein paar Drinks nehmen konnte und dort weiter gearbeitet hat. Einige Skiizzen für den C128 haben wohl nachweislich immer noch runde Ränder an den Ecken von Bierflaschen, die zur Befestigung genutzt wurden.
Ich könnte mehr erzählen, aber dann braucht das Buch auch keine rmehr lesen.

Bewertung:
Das Buch ist definitiv anders, als ich zunächst erwartet hatte. An einigen Stellen ist es für mein eigenes Empfinden zu technisch detailliert und ich musst emich durch einige Passagen quälen. Doch das Buch enthält eine Vielzahl von "can't be true" Momenten, die mich vollkommen entschädigt haben. Ingesamt finde ich es unglaublich wie diese Firma zwei so bedeutende Meilensteine wie den C64 und den Amiga entwicklen konnte. Dafür ist es für mich nun umso nachvollziehbarer, warum Commodore letztendlich den betrieb einstellen musste. Das Problem sind halt doch, wie so oft, Fehler im Management und nicht Unzulänglichkeiten in der Produktion.

Alles in allem ein Buch, dass man als Commodore Fan lesen kann (ich sage nicht "sollte"). Das Geld ist gut investiert, allerdings handelt es sich schon um harten Tobac und ist sicherlich nicht als Lektüre für nebenbei zu empfehlen. Daher vergebe ich folgende Note:

7/10


Taz
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Re: Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#6  Beitragvon Belphegor » Fr 06 Nov, 2009 17:12

@TAZ: Sehr sehr gute Idee. Film zu Film und Buch zu Buch.

Sollten dann die anderen Buchkritiken nicht auch hier zusammengeführt werden?


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Re: Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#7  Beitragvon Taz » Fr 06 Nov, 2009 18:18

Belphegor hat:@TAZ: Sehr sehr gute Idee. Film zu Film und Buch zu Buch.

Sollten dann die anderen Buchkritiken nicht auch hier zusammengeführt werden?

Ja. Mache ich bei Zeiten.  ;)


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Re: Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#8  Beitragvon Belphegor » Sa 07 Nov, 2009 14:55

Taz hat:
Belphegor hat:@TAZ: Sehr sehr gute Idee. Film zu Film und Buch zu Buch.

Sollten dann die anderen Buchkritiken nicht auch hier zusammengeführt werden?

Ja. Mache ich bei Zeiten.  ;)


Done. Hab's mal für Dich übernommen. Nur das Du nun nen Doppelpost hast. Aberden kannst du ja selber löschen.  ;)


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#9  Beitragvon Taz » Mi 02 Dez, 2009 23:52

Cool. Thx, Belphegor.  :ugly:

Hier ist die versprochene Rezension zu Masters of Doom
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Masters of Doom:
How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture
written by: David Kushner
pages: 368

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Nachdem ich das Buch über Commodore gelesen habe, bin ich auf den Geschmack gekommen Bücher zu lesen, die sich mit einem Thema auseinander setzen, das mich seit der Kindheit schon interessiert: Computerspiele. Naja, und was liegt da näher, als sich ein Buch über die Schaffer der Doom-Spiele zu kaufen.  :ugly:

Einstieg:
Der Einstieg ist genau so, wie ich mir das erhofft habe. Das Buch beginnt mit den familiären Hintergründen von John Romero und John Carmack. Welche Probleme sie in der Jugend zu überwinden hatten und wie sie dadurch zu ihrer Passion gefunden haben. Gleich hier merkt man, was diese beiden Charaktere ausmacht. Der ausgeflippte John Romero als Hans-Dampf-in-allen-Gassen, dem nichts wichtiger scheint als der Rekordhalter in Asteroids in allen Arcade-Hallen der Gegend zu sein. Und auf der anderen Seite, der zurückgezogene "Nerd" und ruhige Tüftler John Carmack.
Wie zufällig die Begegnung der Schaffer von Doom in Shreveport, diesem pissigen Kaff In Louisiana, bei der kleinen Spieleschmiede Softdisk abgelaufen ist, ist schon echt faszinierend. Besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, was die beiden Johns eigentlich dorthin verschlagen hat. Doch hier beginnt die Geschichte der kreativsten Spielemacher der damaligen Zeit. Ein Genie und ein Meister der Kreativität machen sich daran die Welt der PC-Spiele mal gründlich aufzumischen.

Story:
Die Story ist wirklich sehr gut wiedergegeben. Der Autor hat merklich sehr viel zeit in die Recherchen zu den damaligen Geschehnissen eingeholt. Dabei war er zwangsweise auf Erlebnisberichte der beiden Johns und später auch der anderen ID Mitarbeiter angewiesen. Dabei reflektieren die Interviewten die Geschehnisse nicht nur in einem positiven Licht. Im gegenteil. Sehr häufig wird deutlich welche Barrieren durch die unterschiedlichen Charaktere aufgebaut wurden und wiederum überwunden werden mussten. Hemmungslos berichtet John Romero über seine Fehler, die dazu führten, dass seine Firma Ion Storm und das revolutionäre Daikatana letztlich so elend scheiterten.
Besonders beeindruckend finde ich die Schreibweise des Buches. Es ist alles andere als eine Geschichtsdokumentation. Diese Erlebnisberichte aus dem Tagesablauf der id Mitarbeiter sind stellenweise so gut wiedergegeben, dass man sich förmlich vorstellen kann, wie skuril die Arbeitsatmosphäre gewesen sein muss. In einer sehr bildlichen Darstellung wird immer wieder dargestellt, wie John Romero mit seiner wirren und ausgeflippten Art alle im Studio genervt hat, außer John Carmack, der jenseits jeder Wahrnehmung einfach nur mit Coding und Programmierung beschäftigt war und tagelang nichts um sich herum wahrgenommen hat.
Besonders gut dargestellt finde ich auch die technische Neuerungen, die die Entwickler geschaffen haben. Hier wird nicht nur gesagt, was denn jetzt neu entwickelt wurde, sondern auch warum das ein absoluter Meilenstein war. SO z.B. die 1:1 Portation von Super Mario Bros auf den PC, die als erstes Spiel Side Scrolling auf dem PC ermöglichte. Heutzutage kann man sich einfach gar nicht vorstellen, dass das mal eine echte Herausforderung war.
Die Story ist durchweg schlüssig und mit einem roten Faden durchzogen. Selbst nach der Trennung von John Romero und John Carmack kann man gut der unterschiedlichen Berichterstattung zu id Software und Ion Storm folgen.

Die Personen:
Zu den Personen muss ich nicht viel sagen. Alle wichtigen und nicht so wichtigen Mitarbeiter und Vertragspartner etc. die id Software auf ihrem Weg (auch vor der Zeit von id) begleitet haben werden genannt. Selbst eine interessante Geschichte über Bill Gates kommt vor, die ich so noch nicht kannte. Die Hauptcharaktere John Carmack und John Romero werden wirklich sehr gut dargestellt. Der Leser erfährt sehr interessante Details über deren Charaktereigenschaften, die so nicht wirklich präsent sind und sowohl schockierend als auch einfach skuril witzig sind.
Zudem werden die Konflikte zwischen allen Beteiligten wirklich detailliert berichtet. Z.B. welche Probleme Adrian Carmack, der Gore Fetischist, mit den Haititaiti Graphics von Commander Keen hatte, etc.

Bewertung:
Eines der besten Bücher, dass ich je gelesen habe. Eine neue Auflage, die die Geschichte nach 2003 fortsetzt wäre wünschenswert. Einen halben Punkt Abzug gibt es nur, weil ich zum Schluß den Eindruck hatte, dass die Geschichte etwas abflaut und eher einer Aufzählung von Fakten gleicht. Dieser EIndruck bezieht sich aber nur auf die letzten 10 bis 15 Seiten. Alles davor ist wirklich Lesespaß pur.

Daher vergebe ich folgende Note:

9,5/10


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#10  Beitragvon Vladch » Mi 28 Apr, 2010 14:35

Robert Harris - Pompeii

Nachdem ich schon Imperium von Robert Harris gelesen und für sehr gut befunden habe, habe ich jetzt sein Erstlingswerk, das in der römischen Zeit spielt, "Pompeii" gelesen. Das Buch handelt von der Zerstörung Pompeiis durch den Vesuv am 24. August 79. Dabei erfährt man die Geschichte aus der Sicht eines Aquäduktbeauftragten, der 48 Stunden zuvor bemerkt, dass das Wasser aus dem Augustus Aquädukt nicht mehr die Städte erreicht. Das Buch ist sehr gut aufgebaut und spannend bis zum Schluss. Vor allem kurz vor und kurz nach dem Vulkanausbruch verschlingt man die Seiten und kann gar nicht aufhören, da man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Robert Harris hat, wie auch bei "Imperium" , ein besonderes Gespür dafür, die Atmosphäre, die in der damaligen Zeit geherrscht hat, einzufangen und man fühlt sich richtig in diese Zeit versetzt.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der gerne Bücher liest, die sich mit dem antiken römischen Reich beschäftigen, ohne dazu allzu historisch zu klingen sondern das Ganze in Romanform zu erleben.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#11  Beitragvon Vladch » Di 04 Mai, 2010 10:13

Arthur C. Clarke - The city and the stars

Da der gute Mann vor zwei Jahren gestorben ist und unter anderem dafür bekannt ist, "2001: a space odyssey" geschrieben zu haben, wollte ich mal eins seiner Werke lesen. Das Buch gefiel mir sehr gut, wobei es keine echten Höhepunkte gibt. Er beschreibt die Situation zweier verschiedenen Kulturen, die Angst vor dem Neuen und Fremden und sich deswegen von der Außenwelt isoliert haben, sehr gut. Was mir sehr gut gefällt ist, dass der Autor nicht die Welt in 100 oder 1000 Jahren beschreiben, wie es in Filmen meistens der Fall ist. sondern in 100 - 10000 Millionen Jahren (ein genaues Datum wird nicht genannt). Die Idee, dass die Menschheit durch die erhaltene Quasi-Unsterblichkeit antriebslos und unkreativ werden, gefiel mir sehr gut.
Das Buch ist für Sci-Fi Fans sicherlich interessant, wobei es hier nicht um Mord und Totschlag oder riesige Weltraumschlachten geht sondern um die Angst vor dem Fremden bzw. was passiert wenn man sich von der Außenwelt abkapselt und dies ist auch sehr gut auf unsere Zeit adaptierbar.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#12  Beitragvon Chris Sabion » Do 10 Jun, 2010 08:33

UNSEEN ACADEMICALS

Pratchett's 37. Scheibenweltroman


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Die Grundaussage des Buches lautet:

"The thing about football...the most important thing about football...
is, that it is not entirely about football!"

:ugly:


Meiner Info nach (und ich habe jedes Buch von Pratchett gelesen) das erste Werk, in welchem ein Ork vorkommt.
Dieser Ork (Mr. Nutt) ist aber hochgebildet, drückt sich sehr elitär aus, und arbeitet in der UU.
Um sämtlichen Traditionen nachzukommen, verfügt der Erzkanzler, dass auch die Universität eine Fussballmannschaft aufstellt, vor Allem weil auch der Patrizier mit in der Geschichte steckt.
So wird der Ork zum Trainer. Aber weiß nicht jeder, dass Orks in der alten Zeit herumliefen und Menschen die Gliedmaßen ausrissen? Nun, dieser nicht...


Witzig ist die Diskussion um die Trikots der Uni.
Es wird ihnen geraten, NICHT die Initialen UU auf der Brust zu tragen, da sie damit aussehen würden wie Frauen *ähem* ;)
Also spielen sie unter dem Namen UA -> Unseen Academicals und werden dabei von einem Straßentalent namens Trevor Likely unterstützt, der seiner armen alten Mutter doch versprochen hatte, nie im Leben Fussball zu spielen, nach dem was seinem Vater, der Fussballlegende Dave Likely passierte...


Wieder ein etwas stärkeres Werk von Pratchett, nachdem mir Making Money und Going Postal nicht allzu sehr gefielen. Wobei Making Money zum Ende hin noch echt stark wurde, mit dieser Riesenarmee aus Golems.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#13  Beitragvon Vladch » Fr 09 Jul, 2010 09:42

Pierre Boulle - La planète des singes

Nachdem ich sämtliche Filme und TV-Serien zum "Planet der Affen" gesehen habe, wollte ich mir mal das Originalbuch zu Gemüte führen, um herauszufinden, welcher der Filme wohl am nächsten am Original dran ist. Nachdem man das Buch gelesen hat, ist es ziemlich offensichtlich, dass Tim Burton absolut keine Ahnung hat, warum 1. die Affen die herrschende Spezies ist und 2. die Menschen gejagt werden. Vielleicht sollte er einfach bei seinen Filmen mit Johnny Depp bleiben, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen, und keine fremde Literatur verschandeln. Der erste Film mit Charlton Heston kommt allerdings relativ nah ans Buch ran, muss man sagen.
Das Buch ist auf jedenfall lesenswert und war seiner Zeit deutlich vorraus, auch wenn einige Sachen heutzutage nicht mehr so exzessiv (beispielsweise die JAgd) betrieben werden und es daher unwahrscheinlich ist, dass die Affen das übernehmen würden. Unser Wissen über die Primaten ist außerdem etwas besser heute, so dass manche Hypothesen nicht mehr zeitgemäß sind im Buch. Dennoch gefiel es mir sehr gut und jeder Sci-Fi Fan sollte es gelesen haben.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#14  Beitragvon Belphegor » So 11 Jul, 2010 12:31

Vladch hat: Nachdem man das Buch gelesen hat, ist es ziemlich offensichtlich, dass Tim Burton absolut keine Ahnung hat, warum 1. die Affen die herrschende Spezies ist und 2. die Menschen gejagt werden. Vielleicht sollte er einfach bei seinen Filmen mit Johnny Depp bleiben, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen, und keine fremde Literatur verschandeln. Der erste Film mit Charlton Heston kommt allerdings relativ nah ans Buch ran, muss man sagen.


Ich finde man sollte nicht das Original mit dem Remake vergleichen. Das Remake stellt eine ganz neue Interpretation des Stoffs dar, anstatt die Intuition des Originals zu kopieren! Natürlich kann man darüber streiten, welcher Film der qualitativ bessere war. Ich persönlich finde beide sehr gut!


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#15  Beitragvon C-Ro » So 11 Jul, 2010 13:25

Hier geht es um Bücher!


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#16  Beitragvon Belphegor » So 11 Jul, 2010 14:03

Genau und ich habe Vladch's Aussage in Bezug auf die Umsetzung der Filme zum Buch kommentiert.

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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#17  Beitragvon Vladch » Mo 12 Jul, 2010 10:49

@ Belphegor: es ist eben genau Tim Burton's Interpretation des Buches, die völlig falsch ist. Wenn der Film Planet der Hornochsen genannt worden wäre, hätte ich sicherlich kein Problem damit gehabt und hätte gesagt: "Nette, komplett unlogische Story mit reichlich Action, aber was soll's." Aber da er das Buch als Vorlage nimmt sage ich: "Der Vollidiot hat es einfach nicht kapiert."
Das wäre in etwa so, als würde Frodo sich am Ende des Films den Ring umstülpen und alle unterwerfen. Das Echo hätte Jackson nicht überlebt.

Eoin Colfer - And another thing

Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, ob jemand anderes als Douglas Adams die Hitchhiker Trilogie fortsetzen könnte, aber Colfer hat im sechsten Teil doch recht eindrucksvoll bewiesen, dass er den Stil gut kopieren und eine nette Story spinnen konnte. Auch wenn der Humor an manchen Stellen wie aufgesetzt wirkt, so hatte ich doch eine Menge Spass am Buch und sämtliche Charaktere kamen überzeugend und "original" rüber. Ich hätte mir vielleicht ein wenig mehr Ford Prefect gewünscht, aber Zaphod konnte auch allein grandios unterhalten. Für Hitchhiker Fans ein Muss.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#18  Beitragvon Vladch » Mi 21 Jul, 2010 08:39

Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln vampire hunter

Das Buch habe ich mir eigentlich nur gekauft, weil ich den Titel so lustig fand. Das Buch fängt mit der Jugend von Abraham Lincoln etwas schleppend an, wobei man hier erfährt, warum er einen Hass auf Vampire entwickelt. Anschließend kommt der stärkere mittlere Teil, wo Abe auf die Jagd geht und Vampire regelmässig umbringt. Der letzte Teil des Buches wirkt dann wieder ein wenig schleppend, weil man nur noch darauf wartet dass Abe im Theater erschossen wird und wird dann nochmals gegen Ende ein wenig überrascht.
Das Buch ist sehr leicht zu lesen, was wohl am amerikanischen Schriftsteller liegt. Diese Bücher sind meist leicht verständlich und schnell durchgelesen. Das Buch ist eine Mischung aus den geheimen Tagebüchern von Abraham Lincoln (die es natürlich nicht gibt ;) ) und der Erzählung des Autors, der die Tagebücher mit der Geschichte / Biographie Abraham Lincolns vernetzt. Das Ganze ist recht nett dargestellt, wobei manche Sachen eher dem Standard-Repertoire gleichen (wie Abe beispielsweise mehr über Vampire erfährt, dass es "gute" und "böse" Vampire gibt, usw) und nicht besondes kreativ sind. Es wundert micht auch ein bisschen, dass der Autor noch nicht von White Wolf wegen Ideenklau verklagt wurde, denn manche (wenn auch nur sehr grob) Sachen ähneln der World of Darkness / Vampire: the masquerade doch sehr stark.
Alles in allem eine nette  Vampirstory rund um Abraham Lincoln, die zwar nicht besonders komplex aber dennoch unterhaltend ist.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#19  Beitragvon Belphegor » Mi 21 Jul, 2010 16:32

Vladch hat:Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln vampire hunter


Da gibts nen Buch von? Krass. Habe bis jetzt nur von der kommenden Verfilmung was mitbekommen. Dafür hat Kingdoom ja auch nen 1A fred spendiert bekommen!  ;)


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#20  Beitragvon Vladch » Mi 21 Jul, 2010 17:52

Belphegor hat:
Vladch hat:Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln vampire hunter


Da gibts nen Buch von? Krass. Habe bis jetzt nur von der kommenden Verfilmung was mitbekommen. Dafür hat Kingdoom ja auch nen 1A fred spendiert bekommen!  ;)


Vielleicht solltest du deine geposteten Beiträge von Zeit zu Zeit auch mal selbst lesen.  :uglypicard:

...schraubt  Tim Burton bereits an einer Leinwandadaption der Romanvorlage Abraham Lincoln: Vampire Hunter...

Die gleichnamige Buchvorlage stammt aus der Feder von Seth Grahame-Smith...

Zu den zahlreichen Projekten, die Tim Burton auf inszenatorischer oder produzierenden Ebene betreut, gehört auch Abraham Lincoln: Vampire Hunter, die kommende Romanverfilmung der gleichnamigen Vorlage von Seth Grahame-Smith.


Vielleicht würden wir dann auch keine sich wiederholenden Beiträge mehr lesen müssen...  :-1000:


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#21  Beitragvon Belphegor » Do 22 Jul, 2010 05:00

Ähm da hast du mich falsch verstanden. Natürlich gibts ne Vorlage, nur mir war nicht klar, dass man dies in Deutschland schon bekommen. Ist ja eher nen Undergroundstoff!


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#22  Beitragvon Vladch » Di 27 Jul, 2010 08:49

Joe Haldeman - The forever war

Eins vorweg: das ist vermutlich eins der besten Sci-Fi Bücher, die ich je gelesen habe. "The forever war" ist ein Buch, das von einem Veteran kurz nach dem Vietnamkrieg geschrieben wurde. Im Buch geht es um einen interstellaren Krieg zwischen der Menschheit und einer ausserirdischen Rasse (Tauran), der auf der Erde zwar 1000 Jahre dauert, aber subjektiv für die Soldaten nur 10 Jahre dauert, aufgrund der Relativität, da sie von Sternensystem zu Sternensystem mit fast Lichtgeschindigkeit fliegen. Das ist auch schon eines der interessantesten Aspekte dieses Romans. Während andere die Relativitätstheorie größtenteils ignorieren (Star Trek, Star wars, u.v.m.), so kommt sie hier in vollem Maße zur Geltung. Der Held des Buches ist einer der ersten Soldaten, die eingezogen werden und die erste Schlacht miterleben. Der Feind ist gnadenlos unterlegen und die erde erobert den ersten Planeten. Für die Soldaten ist dabei gerade mal ein Jahr vergangen. Als sie aber auf die Erde zurückkehren, sind dort 40 Jahre vergangen und die Gesellschaft hat sich komplett geändert. Außerdem hat sich die Armee natürlich um ein vielfaches vergrößert und die Technologie ist weiter vorangeschritten. Da der Held nicht mehr in der Gesellschaft zurechtkommt, kehrt er zurück in die Armee, wird als Kiregserfahrener gleich befördert und in seinen 2. Kriegseinsatz geschickt. Hier sind die Menschen wieder unterlegen, da natürlich auch auf dem außerirdischen Heimatplaneten viel Zeit vergangen ist und diese sich rasch weiterentwicklen konnte. So kommt es, dass der Krieg zwar von der Erde aus gesehen über 1000 JAhre dauert, für die Soldaten aber nur wenige Jahre vergangen sind, so dass der Held des Buches den Anfang und das Ende des Krieges miterlebt. Der Roman ist natürlich auch eine Verarbeitung des Vietnamkrieges, den der Autor hautnah miterlebt hat und dies bemerkt man auch wärhend des Lesens, denn die Kampfeinsätze sind sehr realistisch beschrieben; vor allem was zu dem Zeitpunkt im Kopf des Soldaten vorgeht.
Wem Starship Troopers gefallen hat, sollte auf jeden Fall einen Blick auf dieses Buch werfen, denn das ist meiner Meinung nach in allen Belangen besser, denn es beschreibt die Kriegsituation nicht nur sehr gut sondern bezieht auch die Änderungen mit ein, die in der Gesellschaft über die Jahrhunderte stattfinden. Absolut empfehlenswert. 2013 soll wohl auch ein Film dazu kommen.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#23  Beitragvon Vladch » Do 09 Sep, 2010 14:26

Philip K. Dick - Do androids dream of electric sheep

Die meisten von euch werden eher die Verfilmung "Blade runner" zu dem Buch kennen, wobei der Roman doch facettenreicher ist als der Film. Auch im Buch geht es hauptsächlich um die Jagd nach illegalen Replikanten auf der Erde, aber es gibt mehrere "Nebengeschichten", die diese Zukunftswelten viel besser beschreiben:

- Echte Tiere sind wegen der Katastrophe (die nichtr näher beschrieben wird) extrem selten und sehr teuer und es ist der Wunsch jedes Erdbewohners ein echtes Tier zu besitzen. Deckard besitzt allerdings nur ein elektrisches Schaf und sein größtes Wunsch ist es, ein echtes Tier zu besitzen, daher kommt auch der Titel.

- Religion und Propaganda durch die Massenmedien sind ein weiterer Punkt, der im Buch einen wichtigen Teil einnimmt. Jeder Mensch besitzt eine Maschine, die ihm auf Wunsch diverse Gefühle vermittelt, die der Mensch dann empfindet. Beispielsweise kann man auf Wunsch depressiv sein oder eben euphorisch, je nachdem, was man den tag durch empfinden will. Das ist ein wichtiger Aspekt des Buches und gibt auch Aufschluss darüber, wer ein echter Mensch ist und wer ein Replikant ist.

- Menschen, die sich auf der Erde befinden, mutieren und werden nach einer gewissen Zeit steril. Daher befinden sich nur noch wenige Menschen auf der Erde und alle Gebäude sind quasi leer, ein Aspekt, der  mir im Film auch nicht so sonderlich hervorgehoben wurde.

Alles in allem ist das Buch für all diejenigen empfehlenswert, die mehr über die Blade runner Geschichte erfahren wollen und/oder Dystopien mögen.


H.G. Wells - The time machine

Es ist faszinierend und erstaunlich, dass ein Mann 1895 eine so blühende und große Fantasie besitzt, um so ein geniales Buch zu schreiben. Dabei kann man hier nicht von einem Fantasie- sondern tatsächlich von einem Sci-Fi Roman reden, denn seine Beschreibungen der Zukunft sind ernüchternd reell. Während die meisten Autoren heutzutage meist nur Geschichten schreiben, die in 100 oder eventuell 500 Jahren stattfinden, geht H.G Wells ein ganzes Stück weiter und philosophiert über die Erde in 800 000 Jahren, wobei seine Vision gar nicht mal so falsch ist. Auch wenn der Film von 2002 einige Aspekte des Buches aufgreift, so schweift der Film in eine billige Liebesgeschichte ab, während H.G. Wells die Welt näher beschreibt. Ich bin gespannt, ob mich auch die anderen H.G. Wells Romane (war of the worlds) so fesseln können.


J. Robert King - The Blood Wars trilogy

Nach soviel Science fiction wurde es mal wieder ein bißchen Zeit für Fantasie und da ich jetzt endlich den dritten Band für teures Geld irgendwo aufgetrieben habe, bin ich endlich dazu gekommen, diese Planescape Romane zu lesen. Die "Blood wars" Trilogie besteht aus drei Romanen - Blood hostages, abyssal warriors und planar powers - und erzählen das Leben von den beiden Hauptcharakteren Aereas und Nina. Im ersten Teil versuchen sie seinen Onkel bzw. ihren (nicht biologischen) Vater (der für die Erschaffung und Reparatur von Portalen in andere Welten verantwortlich ist)aus den Fängen eines Diebesgottes zu befreien. Dabei führt die Eifersucht von Aereas dazu, dass Nina in der Hölle gefangen wird. Im zweiten Teil schafft Nina eine Armee aus Höllenbestien und versucht die Stadt Sigil (das Zentrum der Planescape Welten) zu erobern und scheitert dabei, wobei Aereas sein Leben opfert um Nina am Ende zu retten. Im dritten Teil kommen die Tochter von Aereas und der Sohn von Nina ins Spiel und flüchten mit Nina vor den Engeln, die sich an der "Bitch-Queen from the abyss" rächen wollen. Dabei landen sie in einer Welt, die vom Geist Aereas erschaffen wurde und müssen wieder mal um ihr Leben kämpfen.
Wer Dungeons and Dragons Fan ist und darüber hinaus die Planescape Welt mag (Planescape: Torment Spieler beispielsweise) könnten einen Blick darauf werfen, denn auch wenn die Geschichte an sich ähnlich klingt wie andere Fantasie-Romane, so gibt das Planescape Setting den Büchern den nötigen Anstoss, ein bisschen anders zu sein und die Bücher aus der Masse hervorzuheben. Besonders der dritte Roman hat mich begeistert, wo Aereas eine eigene Welt erschafft, welches ein kleiner Seitenhieb gegen die Schöpfungsgeschichte der Christen ist. Beispielsweise sieht man im Roman, was passieren würde, wenn Gott tatsächlich mit den Menschen reden würde.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#24  Beitragvon Vladch » Mo 04 Okt, 2010 10:27

Gore Vidal - Julian

Dieses Buch von Gore Vidal gefällt mir viel besser als "Creation". Zum einen mag ich die Charaktere lieber und zum zweiten wirkt die Geschichte viel realistischer so, dass man zeitweise denkt, dass es sich hier nicht um Fiktion sondern um eine Dokumentation handelt. Der Roman handelt vom Kaiser Julian, der um 360 n. Chr. regiert hat und versucht hat, Religionsfreiheit durchzusetzen und den hellenestischen Religionen wieder mehr Bedeutung zukommen zu lassen, nachdem die Christen (von Julian absichtlich Galiläer genannt, um deren religiösen Weltstatus abzuerkennen) durch Einschüchterung, Dogmen, Übernehmen von römischen Traditionen, Korruption und Mord ihren Fundamentalismus bei den vorherigen Kaisern durchgesetzt hatten. Das Buch ist sehr gut aufgebaut, wobei die Geschichte anfangs noch relativ schleppend vorangeht. Nach und nach kommt man aber in den Genuss, wie Julian das Christentum bloßstellt und die offensichtlichen Paradoxa in deren Buch aufweist. Die Borniertheit der Christen erinnert einen an die heutigen Kreationisten, die sämtliche Fakten ignorieren und blind / dumm an ihrem Glauben festhalten. Das Ende des Buches deprimiert und ärgert den Leser zugleich, da man natürlich weiss, dass Dummheit gesiegt hat und dass diese Fundamentalisten Europa in ein sehr dunkles Zeitalter gestürzt haben, von dem wir uns bis heute noch nicht erholt haben.


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Re: [Kritiken] Bewertet Eure Bücher

Beitrag Nummer:#25  Beitragvon Vladch » Mo 01 Nov, 2010 14:06

H.G. Wells - The war of the worlds

Im Moment lese ich gerne Klassiker der Science-Fiction Welt und da darf H.G. Wells' "War of the worlds" natürlich nicht fehlen. Die meisten kennen die Story ja aus den gleichnamigen Filmen oder aber auch von Independence Day / Skyline / u.v.m. die sich zumindest das Buch als Vorbild genommen haben. Man merkt dem Buch schon an, dass es 1895 geschrieben wurde, da H.G. das ländliche England beschreibt und wie die Marsianer mit ihren Kampfmaschinen erst die Dörfer und anschließend erst über die Hauptstadt einfallen (wollen). Es ist vor allem interessant zu sehen, dass der Autor nicht besonders intensiv auf das Kampfgeschehen selbst eingeht, sondern viel mehr auf die Menschen, die das ganze als Augenzeugen sehen und sich dementsprechend natürlich auch verhalten: Panik, Verwüstung, Gewaltausbruch - H.G. Wells schafft es schon damals das Verhalten der Menschen in Gruppen und auf sich alleingestellt viel besser zu beschreiben als es irgendwelche Hollywoodregisseure können (allen voran Steven Spielberg versagt in diesem Zusammenhang völlig). Diesen Klassiker sollte jeder Sci-Fi Fan mal gelesen haben.


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